Seit letzter Woche können Interessenten bei der DotAsia Organisation „.asia-Domains“ registrieren lassen. Die „.asia-Domains“ sind für solche Unternehmen interessant, die sich verstärkt im asiatischen Raum engagieren. Anders als im Rahmen der Registrierung für die „.eu-Domains“ durch EURid Ende 2005, können auch nichtasiatische Interessenten „.asia-Domains“ registrieren lassen. Voraussetzung ist lediglich, dass Interessierte aus dem außerasiatischen Ausland mit einem asiatischen Treuhänder bzw. Registrar, beispielsweise mit einem Provider, zusammenarbeiten, der als Admin-C oder Tech-C fungiert.

Auch bei „.asia-Domains“ werden Sunrise-Phasen – bekannt aus dem Vergabeverfahren bei „.eu-Domains“ in 2005/2006 (siehe hierzu unsere FAQ „eu-Domains“) – dem für jedermann offenen Anmeldezeitpunkt vorgeschaltet, in denen sich Regierungen und Inhaber von Schutzrechten wie Marken oder Unternehmenskennzeichen die gewünschten Domains vorab registrieren lassen können. Einschränkungen für rein außerasiatische Unternehmen bestehen lediglich insoweit, als dass die Unternehmen sich nicht vorzeitig im Rahmen der sogenannten „Sunrise-Phase“ eine ihrer Firma gleichlautende Domain vorab sichern können.

Anfang 2008 beginnt die Anmeldemöglichkeit für alle sonstigen Interessierten.

Seit dem 9. Oktober 2007 bis zum 30. Oktober 2007 können Inhaber von eingetragenen Marken, die vor dem 16. März 2004 angemeldet worden sind, entsprechende Domains sichern lassen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, Domains zu registrieren, die sich aus einer Kombination der eingetragenen Marke mit einem beschreibenden Begriff zusammensetzen. Zulässige Ergänzungen sind die Begrifflichkeiten der Nizza-Klassifikation.

In der folgenden Phase vom 13. November 2007 bis zum 15. Januar 2008 können Inhaber eingetragener Marken, die vor dem 6. Dezember 2007 angemeldet worden sind, sowie asiatische Unternehmen sich ihre Registrierungen sichern. Diese „schiefen“ Daten sind an die Zeitpunkte der Anmeldung der neuen Top Level Domain (TLD) bei der ICANN bzw. der Vertragsunterzeichnung orientiert und dem Bemühen geschuldet, langjährige etablierte Marken zu bevorzugen und bloße Spekulanten von der bevorzugten Vorabregistrierung auszuschließen.

Anders als bei der Registrierung der „.eu-Domains“ ist insbesondere der Umgang mit Domains, für die verschiedene Registrierungsanfragen vorliegen. Hier wird die Domain nicht dem Interessenten zugeteilt, dessen Registrierungsantrag als erster einging („first come first served“), sondern die Domain geht im Rahmen eines Auktionsverfahrens an den Meistbietenden.

Neuartig ist zudem auch die starke Einbindung der weltweiten Internet-Communities in den Registrierungsprozess. Vor Beginn der Sunrise-Phasen wurde ein sogenanntes Pionier-Programm ins Leben gerufen, bei dem sich Interessierte für besonders begehrte Domainnamen, insbesondere generische Domainnamen, unter Angabe ihres Domainprojektes bewerben konnten. Die Vorschläge werden ins Internet gestellt (Link hier) und die Domainvergabe wird sodann von einer eingesetzten Kommission sowie durch Abstimmung der Internetnutzer festgelegt.

1 Antwort
  1. Richard Martin
    Richard Martin sagte:

    Gratuliere zum sehr sachlichen Beitrag!

    Ich bin gespannt, ob die Neuigkeiten bei der Vergaberichtlinien / Methoden für mehr Gerechtigkeit als bei der .eu Vergabe sorgen wird. Hier wird wohl weniger der Clevere zum Zuge kommen, sondern eher der, der bereit ist mehr zu zahlen.

    Das Pioneer Programm finde ich hingegen sehr gut durchdacht und Nachahmungswürdig.

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